Donnerstag, 2. Juli 2015

Frankfurt Update feat. Ratswegkreisel [027]

Es ist ja nicht so, dass es in Frankfurt nicht genug Graffiti oder Streetart für ein monatliches Update gäbe. Manchmal fehlt es an Zeit, für Fotos machen, bearbeiten und hochladen. Deshalb gibt es an dieser Stelle für den Juni den geballten Ratsweg-Shit vor die Omme. Und denn schaun wir mal, dass wir demnächst auch wieder ein paar Streetpics in die Runde werfen...



Mittwoch, 1. Juli 2015

Durchführung von Prophylaxemaßnahmen: Kleiner Nachbericht vom 1. Erfurter Graffiti-Forum

Yo, hier ein kleiner Bericht vom heutigen ersten Graff-Forum in Erfurt. Das ganze startete um 10.00h morgens, und gleich zu Beginn hatte man beim Eintritt ins Atrium den Eindruck man befindet sich auf einer Messe für Industriereiniger oder so. Ca. 5-7 Stände gab es, die verschiedene Möglichkeiten anboten Graffiti sauber und effizient zu entfernen. Der gute deutsche Mittelstand. Nebenbei: An Graffiti hängen tausende Arbeitsplatze (Polizei, Gebäudereinigung usw.) - wer möchte das ernsthaft gefährden? Niemand. Na, also. Etwas befremdlich war für mich noch der Stand des Christopherus Werk: die Werkstätten, also Einrichtungen für behinderte Menschen bieten die Entfernung von Graffitis an: für den Auftraggeber also schließlich dann eine doppelt gute Tat.
An jeden einzelnen Referenten kann ich mich jetzt nicht mehr genau erinnern bzw. was dieser/ diese gesagt haben. Was mir geblieben ist: Martin Steinigeweg: "Auch das Fahrpersonal kann mal den Lappen in die Hand nehmen: das ist fix wieder weg und man spart Kosten." Sebastian Kleele: irgendwas was von Vernetzung auf Augenhöhe. Dietrich Kleemann: "Bringen Sie jedes Graffiti zur Anzeige - Jedes!". Cornelia K. Schönherr: Die Graffitistraftaten an Kowo-Gebäude sind gesunken aber trotzdem ist alles viel schlimmer geworden!


Generell schien Frau Walsmann jedenfalls bester Laune, und strahlte übers ganze Gesicht. Toll, so einen Dialog hier auf die Beine gestellt zu haben. Ein Dialog auf Augenhöhe - fast, da die andere Seite in dem Sinne ja nicht vorhanden war. Das Credo war klar: Graffiti muss weg. Graffiti ist Schmiererei. Dies war der generelle Grundkonsens, der eigentlich in keinem Beitrag wirklich hinterfragt wurde. Graffiti legal: schön, Graffiti illegal: hässlich. Das Fundament der heutigen Gesellschaft: im Wesentlichen das Eigentum, welches unumstößlich ist. Eine Ausdrucksform jenseits gesellschaftlicher Normen ist nicht erwünscht. Von daher war es auch scheißegal ob da nun jemand aus der so genannten Szene da war oder nicht. Bzw. wie Frau Krebs stoisch wiederholte: "Gesetz ist Gesetz."

Alle lieben Erfurt und wir wollen alle eine Stadt in der wir uns wohlfühlen.

BTW: die Bemerkung von R. Kaufmann, die Bemalung von Judensternen durch Nazis an jüdischen Kaufhäusern, mit Graffiti zu vergleichen, war wohl im negativen Sinne das Highlight dieser Veranstaltung.

Edit 2.07.: Der Nazivergleich von R. Kaufmann wirkt alleinstehend so, dass er ebenfalls eine krasse Anti-Graffiti-Haltung besitzt. Dies möchte ich ihm so nicht unterstellen. Sein Vergleich tauchte im Rahmen der Podiumsdiskussion bei der Frage auf, inwieweit Graffiti denn noch überhaupt politisch seien - und hier fiel seine Bemerkung, dass es bereits im 3. Reich politische Graffitis gab.

Graffiti bleibt. Egal, ob dreckig oder schön! (YO! Crew)

YO! Eben noch mit den Kollegen in Jena telefoniert und schon ist der Artikel fertig.

Graffiti, ob legal oder illegal, verborgene Kunst oder doch nur Schmiererei, das Erfurter Graffiti Forum oder unzählige Leser*innen Kommentare. Die verschiedenen Landeszeitungen haben in den letzten Wochen viele Artikel veröffentlicht, wir haben das natürlich auch alles ordentlich begleitet
und kommentiert und freuen uns auch das unsere Leser*innen mitreden und haben nun auch noch einen Gastbeitrag von den Kollegen von YO! aus Jena für euch. Let´s go...



Es wäre schade, wenn man nicht mehr darüber reden würde. So viel ist klar. Reden ist der Schlüssel; dies gilt für viele Ecken unseres Lebens. Doch warum gleich so wild, überhitzt und am Ende sogar am Thema vorbei? Worum es geht? In Erfurt tobt die Debatte; und zwar über Betriebstemperatur. Woher diese Wallungen kommen? Es geht mal wieder ans Eingemachte. Alles scheint bedroht: Die Häuser, das Ansehen und irgendwie auch immer die kauffreudigen Touristen. Die Verantwortlichen sind klar. Zwar nicht namentlich aber der Finger – sowohl der erhobene als auch der mittlere – zeigen in die dunkelsten Kapitel einer jeden Stadt: illegale Graffitis. Dagegen möchte – ganz klassisch könnte man sagen – die CDU Position beziehen und zwar deutlich. Aus diesem und sicherlich anderen parteipolitischen Motivationen lädt man für den heutigen Tag (01.07.) zum 1. Erfurter Graffitiforum. Im Zentrum steht der Wunsch eine gemeinsame Strategie zu entwickeln „im Umgang mit dem Problem „illegale Graffiti“, eine Strategie, die allen Beteiligten genügend Raum bietet und die unterschiedlichen Interessen berücksichtigt.“ Geschehen soll dies alles im Dialog. Wenn man sich das Programm und die geladenen Diskutanten hingegen anschaut, wird man das Gefühl nicht los, dass das Thema Dialog bzw. miteinander reden im christlich-konservativen Kosmos eine andere Wichtung hat als gemeinhin üblich. Mit von der Partie sind u.a.:


  • Ein Sachverständiger für die Entfernung von Farbschmierereien und die Durchführung von Prophylaxemaßnahmen
  • Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, der sein von der EU gefördertes Programm vorstellt, welches sich mit dem Thema 
  • Graffiti-Vandalismus im öffentlichen Raum“beschäftigt
  • Ein Rechtsanwalt für Miet- und Wohneigentumsrecht
  • Die Marketingleiterin der kommunalen Wohnungsgesellschaft Erfurt
  • Leitender Polizeidirektor der Landespolizeiinspektion Erfurt / Polizeioberkommissarin
  • Ein Versicherungsmakler
  • Erfurter Dezernat Bürgerservice und Sicherheit
  • Vertreter des Vorstands Tourismusverein Erfurt e.V.
  • Und ein Kollege, der sich auf professionelle Graffitis, Wandgestaltungen und Designs spezialisiert hat und „seit 2003 als professioneller Sprayer / Sprüher tätig“ ist
Das könnte eine im wahrsten Sinne des Wortes saubere Diskussion werden. Einziges Problem: Es fehlen die, denen man gern ans Leder möchte, den sog. illegalen Graffitimalern. Auch hier wieder ganz klassisch. Man redet lieber über sie als mit ihnen. Wenigstens findet man so schnell Lösungen. Lösungen, die alle gut finden und man anderen Städten zur Nachahmung empfiehlt. Wir tippen mal: Mehr Polizei, mehr Kontrolle, mehr Kameras, mehr harte Strafen. Genau. Das ist eine Strategie, die allen Beteiligten mehr Raum lässt und die unterschiedlichen Interessen berücksichtigt. Da kann man nur froh sein, dass es ‚die Szene‘ niemals nicht interessiert, was in solchen Zirkeln geschnattert, erklärt und prophezeit wird. Vielleicht kriegen das die Verantwortlichen auf den beiden Podiumsdiskussionen (Thema 1: „Ist das Kunst oder wie bekomme ich das weg?“ // Thema 2: „Modell Erfurt“ Wie kann eine Lösung im Kampf gegen  illegales Graffiti für Erfurt aussehen?) auch mal zu hören. 
http://www.justyo.de/
Weiter geht´s hier...
 Btw.: Und schon wieder ein neuer TA Artikel mit dem Thema Initiative gegen Graffiti-Wildwuchs in Erfurt gibt´s hier.




Dienstag, 30. Juni 2015

Graffiti bleibt notwendig! - Kommentar zur derzeitigen Graffiti-Debatte -

An dieser Stelle möchten wir ebenfalls einen recht ausführlichen Kommentar zur aktuellen Debatte in Erfurt liefern.

Ein Blogger-Mitglied hat sich im Rahmen seiner Bachelorarbeit mit dem Thema Graffiti, konkret inwiefern diese Kunstform als eine Raumaneignung gesehen werden kann, beschäftigt.

In diesem Artikel sollen entscheidende Argumente und Thesen aus der Bachelorarbeit hervorgehoben werden, wobei auf Quellenangaben verzichtet wurde. Demnächst soll diese Bachelorarbeit auch hier auf dem Blog veröffentlicht werden, so dass solche Literaturangaben dann einsehbar sind.

Es sollen also nun positive Aspekte des Graffitimalens sowie aktuelle Restriktionen, die den Menschen im öffentlichen Raum begegnen, genannt werden:



" HELLO MY NAME IS" | OQ - CINEMA DE PAINT @ Kickerkeller

OQ - CINEMA DE PAINT päsentiert am Donnerstag den 02.07.2015 zusammen mit dem Kickerkeller und Radio Bounce die Graffitidokumentation "Hello my name is - German Graffiti".


Jeder kennt es ein flüchtiger Moment, der nur allzu schnell vergeht. Es bleibt meist nur der Griff zur Film- oder Fotokamera um diesen einmaligen Moment zu bannen. Das ist im Graffiti nicht viel anders als sonst im Leben. Wir möchten daher mit euch allen diese flüchtigen Momente teilen. Für uns sind die Momente des persönlichen Ausdruck, des etwas in die Welt bringen, einen Zeichen setzen und seine Umwelt inspirieren zu tiefst im Graffiti und in der Urban Art verankert. Wir starten daher unsere Filmereihe mit : "Hello my name ist .. german Graffiti."

Starring: Loomit, Hendrik ECB Beikirch, Life, Otis, Moses & Taps, Case aka Andreas von Chrzanowski, Ma'Claim, Public Provocation, Jukebox Cowboys, Rechtsanwalt Dr. Gau, Ruedione, Cantwo, Meeting of Styles, Stroke Art Fair, Stylefile Magazin und Publikat Verlag (Team OQpaint)




Zeitplan:
02.07.2015
20.00Uhr einlass
20.30Uhr filmstart
22.00Uhr open dj set & mic
0uhr partyparty
Zutritt nur mit Passwort: "pow pow"





Graffiti ist vielfältig. So vielfältig wie seine Styles sind auch die Leute, die es betreiben. Doch eines
verbindet sie alle – die Liebe zu ihrer Kunst.
Vom illegalen Graffiti über das klassische Stylewriting und aufwändigen Wandgemälden bis hin
zu Ausstellungen, Graffitimedien und Fotografie.
Durch insgesamt 15 kurze Portraits werden einige der interessantesten und außergewöhnlichsten
Akteure und Veranstaltungen dieser Subkultur vorgestellt wodurch die Vielfalt und Qualität
dieser Szene deutlich wird. Die Künstler erzählen von ihrer Motivation und geben einen Einblick
in ihr Schaffen. Jedes Kapitel repräsentiert einen wichtigen Aspekt dieser Szene und so wurden alle Protagonisten aufgrund ihrer speziellen Geschichte, Ausprägung, Techniken und Stile ausgewählt.
„LIFE“ seilt sich an Häuserwänden in Berlin ab um noch an freie Stellen zu kommen. „MOSES &
TAPS“ alias International Topsprayer haben ihre Namen aufgegeben, um neue Techniken zu entwickeln mit denen sie sich auf Zügen austoben. Pioniere des deutschen Graffiti wie „LOOMIT“
mit seinem 3D Style und „CANTWO“ dürfen natürlich ebenso nicht fehlen wie die sehr realistisch
arbeitenden Künstler „HENDRIK ECB BEIKIRCH“ oder „CASE UND MA‘CLAIM CREW“. Der Fotograf „RUEDIONE“ dokumentiert Graffiti durch eine künstlerische Bildsprache mit harten Kontrasten in schwarz-weiß. Die Ausstellungsserie „PUBLIC PROVOCATIONS“ besticht durch ihre hochwertige Auswahl an Künstlern und Arbeiten aus der Graffiti und Street Art Szene während die „STROKE ART FAIR“ die erste Messe für Kunst aus diesem Bereich in Deutschland ist.
txt: synopsis Hello my name is

Filmemacher: Stefan Pohl
HELLO MY NAME IS... (fb)

Wat so ging...

im Juni...


FFM:

Bei primetimeffm gibt es einige Kisten zu bestaunen, darunter auch ein Wholecar von RCS / DNS

Die Panels von Alive, oleh und Weil sind auch in Bewegung zu sehen...

Aslauk/Raub in orange

Bei StadtkindFFM gibt es ein Special vom Jam beim Jugendhaus am Bügel.

ERFURT:

Bei der XP-Crew gab auch nen paar Uploads...

Bei kneipe.tumblr gibts es, wir behaupten es einfach mal, eher unbekannte Bilder von CWR und Sheks zu sehen.

In die Zukunft geschaut: morgen wie gesagt das 1. Erfurter Graff-Forum - die Veranstaltung kostest an sich 12,50, die Diskussionsrunde ist jedoch kostenfrei

Am Do im Kicker-Keller dann die Filmpremiere von "Hallo mein Name ist...". Ab 20h jehts los.





Freights in Leipzsch.