Sonntag, 29. Juli 2012

Krakeleien

"Graffiti-Problem in Thüringen nimmt überhand

Außer den Sprayern selbst findet kaum einer Gefallen an Graffiti. Für Hausbesitzer und Kommunen wird die Beseitigung der illegalen Schmierereien nämlich teuer. Was tun?"

zur ARD.

Im Beitrag übrigens auch viel von Big Muff zu sehen, der mit seinen bunten Characters das Erfurter Stadtbild bereichert: Streetfiles. Allgemein zeigt der Beitrag auch ein einseitiges Bild - außer den Sprayer findet keiner Gefallen? Eine ganze zeitlang gab es jeden Monat in einem Erfurter Stadt/Partymagazin ein Graffiti-Feature, wo neue Bilder etc. vorgestellt wurden, was die allgemeine Akzeptanz / Interesse deutlich belegte.

Ergänzend zum Video gibt es einen Artikel auf "in Suedthüringen. de", den ich hier mal frecherweise poste:


"Erfurt - Etwa neun mit Graffiti beschmierte Hausfassaden werden täglich in Thüringen angezeigt. Legalisieren oder entfernen heißen die Hauptstrategien der Kommunen, um dem Problem beizukommen.  

Die Fassaden in Erfurt sind besonders beliebt, die in Suhl weniger: Illegale Graffitis kosten Thüringens kreisfreie Städte jährlich tausende Euro. Allein Jena gibt jedes Jahr bis zu 30 000 Euro zum Beseitigen der Schmierereien aus. In Weimar entstand allein an städtischen Gebäuden ein Schaden von mehr als 14 000 Euro, hieß es aus der Stadtverwaltung der Klassikerstadt. 3232 Fälle illegaler Graffiti wurden laut LKA im vergangenen Jahr landesweit angezeigt - das sind durchschnittlich neun pro Tag.

Auch für Erfurt ist das Entfernen der gesprühten Schriftzüge und Bilder ein teures Unterfangen, denn die Landeshauptstadt ist Thüringens Sprayerhochburg. Laut einer Statistik des Landeskriminalamts (LKA) werden hier mehr als ein Fünftel aller Graffiti-Schmierereien im Freistaat gemeldet. Am sichersten sind die Suhler Fassaden vor den unerwünschten Farbtupfern: Nur 23 der landesweit 2011 gemeldeten 3232 Fälle wurden in Suhl angezeigt.

Wie schafft es Suhl, seine  Fassaden sauber zu halten? Indem das Sprühen so oft wie möglich erlaubt wird. Seit drei Jahren könnten Sprayer ganz legal ihrem Hobby nachgehen, erklärte Stadtsprecher Holger Uske. Die Stadt wähle dabei absichtlich Flächen, die auch für illegale Graffiti besonders beliebt sind. «Viele Fußgängertunnel und Autobahnzubringer haben wir schon bei solchen Aktionen bemalen lassen», berichtet Uske. «Erst Mitte Juli haben wir die neue Ausstellung mit Graffiti-Kunst von Suhler Jugendlichen im Congresscentrum eröffnet.»

Auch andere Kommunen wie Weimar und Erfurt setzen auf Graffitiprojekte, um die illegalen Sprühereien zu verdrängen. In der Klassikerstadt gibt es sogar die Arbeitsgruppe legale Graffiti (Alegra), die gezielt nach legal nutzbaren Sprayer-Flächen sucht. Trotzdem meldet das LKA aus Weimar die zweitmeisten Anzeigen wegen Graffiti im Jahr 2011.

In Erfurt und Weimar gebe es besonders aktive Sprayergruppen, sogenannte Crews, die mit den Schriftzügen ihre Reviere markieren und sich mit besonders auffälligen Graffitis an prominenten Orten Ruhm in der Szene verschaffen, berichten Polizeisprecher. Da seien vor allem touristisch stark frequentierte Orte attraktiv, sagt etwa Erfurts Polizeisprecherin Fränze Hartmann. Das erkläre auch, warum vor allem die Altstadt Erfurts mit ungewünschten Graffiti übersät sei.

«Wir können seit drei Jahren einen  deutlichen Rückgang der Schmierereien in der Jenaer Innenstadt verzeichnen», sagt Stadtsprecherin Barbara Glasser. Die Stadt an der Saale hat eine andere Strategie als ihre Nachbarkommunen: An allen städtischen Gebäuden werden illegale Graffiti einfach so schnell wie möglich entfernt. Das sei zwar teuer, aber effektiv. «Nach ein bis zwei Versuchen gilt die Fassade für die Täter als unattraktive Fläche.» dpa"

Auf dieser sehr informativen Website gibt es übrigens auch einige Bilder zur offiziellen Bemalung an der Suhler Autobahnabfahrt.: hier lang.


Kommentare:

  1. Sollen mal halblang machen.
    Vor 10-15 Jahren hatten Sie hier mit dem zehnfachen Volumen in Sachen Graffiti zu tun... dagegen ist das jetzt ein müdes Gähnen im Vergleich.

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  2. da hat er sowas von recht !

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