Samstag, 9. Januar 2016

Erfurt: Gisperslebener Heizkraftwerk mutwillig zerstört

Wir haben einen Verlust zu melden. Das Gisperslebener Heizkraftwerk, ein backsteinernes Schmuckstück der Industriekultur, tritt ab von der Bühne des Erfurter Stadtbildes. Erbaut um 1902 zunächst als Elektrizitätswerk hat es seit Beginn der 70er Jahre als Heizkraftwerk gedient. So hat es u.a. die Wohnungen des Erfurter Rieth über lange Jahre hinweg mit Wärme versorgt.
Nach der Wende wurde es stillgelegt. Seitdem hat der kathedralenhafte Bau hauptsächlich in Zurückgezogenheit gelebt. Er hat Tauben, Falken und kleinen grauen Vierbeinern ein sicheres Obdach gewährt und mit seiner geheimnisvollen Aura des Verlassenseins verschiedenen Filmprojekten als Kulisse gedient (so z. B. dem letzten Erfurter Tatort „der Maulwurf“).
Für neugierige und abenteuerlustige Stadtstreuner war der eigentliche Hauptbau über lange Zeit mehr oder weniger unzugänglich. Allerdings war das umliegende Areal sehr leicht zu betreten. Mehrere offen stehende Nebenbauten haben sich so auch dem einen oder anderen Maler immer wieder gerne als Leinwand zur Verfügung gestellt.

Nun wird das Gebäude also abgerissen und macht den städtebaulichen Plänen zur Grünflächengestaltung der Geraaue im Rahmen der Buga 2021 Platz. Anlass genug für uns den jahrzehntelangen Beitrag dieses Gebäudes zum städtischen Angebot freier und offener Gestaltungsräume zu würdigen und in Erinnerung zu halten. Hier also einige fotografische Eindrücke im stillen Gedenken. Neben älteren Werken sind auch einige Graffiti jüngeren Datums zu sehen. 



























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