Dienstag, 2. August 2016

A Ghost saved my Life.

Spot aka Cityghost erhielt die Möglichkeit im Nordend am Gebäude des DRK seine Geister zu verewigen. Generell zeigt sich der Geistermaler mehr und mehr in der Öffentlichkeit - wir nahmen dies zum Anlass uns mit Spot ein bisschen zu unterhalten...

DKO: Hallo Spot, vielen Dank, dass du dir kurz Zeit genommen hast für ein kleines Interview..

Spot: Das ist gar kein Problem...ich freue mich ganz herzlich!

DKO: Allgemein kann man ja derzeit eine recht starke Veränderung bei dir feststellen: du gehst offensiver mit dem Auftritt deiner Person um, d.h. zeigst dich auch in der Öffentlichkeit, so warst du bspw. in deinem letzten Video unverpixelt zu sehen. Man könnte also sagen „weg von der illegalen Schiene hin zur legalen Auftragsarbeit“. Gibt es hier einen spezifischen Plan? Vorteile der legalen Arbeiten sind ja, dass die länger im Stadtbild bleiben und natürlich, auch etwas Kohle bringen..

Spot: es ist eigentlich beides, also mich bzw. meine Bilder nachhaltig im Stadtbild zu zeigen und Geld damit zu verdienen. Es war aber auf jeden Fall keine bewußte Entscheidung mehr legal als illegal zu malen. Es ist einfach eine Entwicklung… jedenfalls mache ich das weil es mir Spaß macht und wenn es dabei Kohle zu verdienen gibt, ist es um so besser.


Zur Anonymität – es stimmt, dass ich mich hier nicht mehr so „versteckt“ halte. Die Rechtslage ist ja
nun so, dass man da schon „in flagranti“ erwischt werden muss um da verurteilt werden kann. Und weil ich da jetzt legal irgendwelche Geister in die Welt setze, heisst das noch lange nicht, dass ich die anderen Geister auch gemalt habe. Und diese Rechtslage gibt mir Sicherheit. Und sicherlich war bei dem Video die Entscheidung mein Gesicht nicht zu verpixeln eine bewusste - da hab ich darauf geschissen weil ich denke - wen bockt das? Die Polizei bockst nicht, mich bockst nicht... Ich meine, da ich ja meine legalen Bilder auch unmaskiert male würde ich das mittlerweile schon etwas affig finden.
Ich finde, dass ich da auch nichts zu verlieren habe: ich bin Künstler und lebe davon. Es war für mich auch eine Frage des Standpunktes - ich male die Geister und das bin ich!

DKO: Ok. Aber bist Du immer noch illegal unterwegs?

Spot: Ja, klar. Und das ist mir auch noch wichtig. Was die illegalen Sachen anbelangt so habe ich mich da auf bestimmte Maluntergründe spezialisiert – bevorzugt sprühe ich auf Mülleimer oder Stromkästen - ich finde da passen die Geister einfach super hin.
Generell achte schon ein bißchen darauf worauf ich male, bspw. ob da schon nen Tag ist, d.h. das Gebäude schon verändert wurde – der Tatbestand des §303 also nicht mehr wirklich zieht.
Also das illegale Malen reizt mich nach wie vor: von Passanten zufällig gesehen zu werden, das Adrenalin, unter Druck zu arbeiten usw. – das möchte ich nicht vermissen.
Dennoch möchte ich mich da nirgendwo konkret festlegen: „illegal, legal - scheiss egal, mir macht beides Spaß.“

DKO: Gibt es eigentlich Kritik aus der Szene? Viele verfolgen ja nur den illegalen, roughen Weg..

Spot: Manche finden es nicht so cool, doch für die meisten ist es absolut ok.

DKO: Gibt es für dich Grenzen bei Auftragsarbeiten?

Spot: Natürlich - ich muss mich einigermaßen frei bewegen und es muss mir halt Spaß machen.

DKO: Ok, letzte Frage: hat sich durch deine Popularität etwas für dich verändert?

Spot: Ich spüre diese eigentlich nicht wirklich - also hier beim Bemalen des DRK-Gebäudes haben mich schon ein paar Leute angesprochen und gesagt wie toll sie meine Sachen finden - das finde ich dann schon geil, das ehrt mich schon. Aber so im täglichen Leben spüre ich das überhaupt nicht.


Wir bedanken uns für das Gespräch.

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Die Stadtteil-Polizei9. August 2016 um 11:31

      Dieser Abschnitt liegt bereits im Nordend-Ost.

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